Hendrik Hanschke Innenarchitektur
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Innenarchitektur Portfolio: Bachelorthesis - Bühnenbild

Momo

» Manchmal hat man eine sehr lange Strasse vor sich. Man denkt, die ist so schrecklich lang; das kann man niemals schaffen, denkt man. [...] Und dann fängt man an, sich zu eilen. Und man eilt sich immer mehr. Jedesmal, wenn man aufblickt, sieht man, dass es gar nicht weniger wird, was noch vor einem liegt. [...] Man darf nie an die ganze Strasse auf einmal denken, verstehst du? Man muss an den nächsten Schritt denken. [...] Auf einmal merkt man, dass man Schritt für Schritt die ganze Strasse gemacht hat. «

 

Beppo Straßenkehrer über die Zeit, S. 36 - 37

 

Projektinfomationen

Bachelorarbeit
Betreuung: Prof. Dipl.-Des. Rainer Hock, Dipl.-Ing.Gerd Baron
Hochschule Wismar, Februar 2010

 

Bühnenbild und Kostüm

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Dramaturgie

Auf der Grundlage des Märchenromans Momo, oder die seltsame Geschichte von den Zeit-Dieben und von dem Kind, das den Menschen die gestohlene Zeit zurückbrachte, von Michael Ende ist ein Bühnenwerk erarbeitet worden. Durch die Intepretation des Romans wurde eine Bühnendramaturgie erarbeitet, und ein Bühnenbild für Das Volkstheater Rostock - Großes Haus konzeptioniert.

 

Der Roman von Michael Ende thematisiert die immer aktueller werdende Problematik der Zeit´und ist gleichzeitig eine zeitlose Kritik unserer Gesellschaft, in der das ganze Leben dem Streben nach Leistung und Wachstum untergeordnet ist. Das Theaterstück orientiert sich an der Handlungsstruktur des Buches. Hauptakteur auf der Bühne ist aber ein Vorleser, der nah beim Publikum sitzt die Zuschauer direkt anspricht und durch das gesamte Bühenstück begleitet.

Er liest die Geschichte von Momo vor, das eigentliche Theaterstück begleitet die Erzählung. Der Gestaltungsansatz für das entstandene Bühnenbildkonzept ist das naive kindliche Denken.

 

Die Gedanken des Zuschauers können frei und phantasievoll laufen. Das vorgelesen bekommen weckt Kindheitserinnerungen und das Bühnenbild versucht zu verbildlichen, was sich sonst in Gedanken abspielen würde. Um dieses zu erreichen nutzt das Bühnenbild nur leichte und nicht eindeutige Bildprojektionen, die fließend ineinander übergehen können. Um das Zwischenmenschliche in den Vordergrund zu rücken, bekommen die Darsteller einen Raum der frei von gegenständlichen Werten ist und in dem sie sie selbst sein können

Das Bühnenbildkonzept

Um dies zu erreichen soll ein möglichst klarer frei bespielbarer Raum geschaffen werden, der flexibel, vielseitig und szenisch wandelbar ist und dem keine fest verankerte Architektur zu Grunde liegt. Translumineszente Rahmen sind wichtigstes Gestaltungselement. Durch Bildprojektionen auf diese Rahmen, erhalten diese verschiedene Funktionen und können immer wieder neue Räume bilden. Befinden sich die Schauspieler hinter den Rahmen werfen sie nur leichte Schatten und ihre Handlungen und ihre Anwesenheit ist nur eine Andeutung.

Dabei können die Räume durch die Beweglichkeit der Rahmen auch während des Theaterstückes fließend ineinander übergehen. Dadurch bekommen sie trotz ihrer Größe eine gewisse Leichtigkeit. Das entworfene Bühnenbild reduziert sich auf die drei wesentlichen Spielorte der Geschichte. Analog zu den Roman Spielorten haben auch die Bühnenbilder besondere symbolkraft und erzählen viel über die Charaktere die in ihnen aggieren. Den Handlungsorten sind verschiedene Bereiche auf der Bühne zugewiesen, diese Einteilung wird zusätzlich durch eine leichte Höhenabstufung unterstützt.


1. Bühnenbild - Die Stadt
Die große Stadt ist dem Zuschauer am bekanntesten und ihm auf der Bühne am nächsten. Die Stadt verändert sich im Laufe des Bühnenstückes von einem lebendigen bunten Ort zu einer tristen und bedrückenden Betonwüste.

2. Bühnenbild - Das Amphitheater
Momos Zuhause ist das verlassene Amphitheater, das am Rande der großen Stadt liegt. Dieser Ort ist beständig und scheint in der Zeit stehen geblieben zu sein. Er ist Treffpunkt von Momos Freunden. Das Amphitheater nimmt den mittleren Bereich der Bühne ein.

3. Bühnenbild - Das Nirgendhaus
Der Ort von dessen Existenz die Menschen nichts ahnen, der ihnen aber das Leben möglich macht. Es ist der Ort von dem alle Zeit ausgeht und das Zuhause von Meister Hora, dem Wächter der Zeit.

Bühnenbild - Einrichtung

Grundeinrichtung
Der Orchestergraben ist geschlossen.
Boden: matter dunkelgrauer Teppich
Boxenwände: Schwarz

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Soufitten und Schals
Die Seitenbühnen sind nach links und rechts mit jeweils drei Schals verblendet. Diese sind in einem Winkel von 45 ° zur Bühne gedreht und fest auf dem Boden montiert. Nach oben verdecken drei Soufitten die Sicht in das Bühnenmagazin. Die Erste begrenzt das Bühnenfenster auf eine Höhe von 4,5 m. Die Hinterste kann heruntergelassen werden, als Vorhang für die Hinterbühne.

Züge
Insgesamt sind 15 Rahmenelemte (RE) auf 6 Zügen rollend gelagert. Die Elemente sind separat horizontal verschiebbar. Dabei hängen maximal drei Elemente an einem Zug. (Zug 1: 3 RE; Zug 2: 2 RE; Zug 7: 2 RE; Zug 17: 2 RE; Zug 19: 2 RE; Hinterbühnenzug 1: 2 RE)


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Podeste
Die Bühne wird durch drei Podeste mit je einer Stufenhöhe von 33 cm in der Bühnentiefe erhöht. Die erste Stufe zwischen Vor- und Hauptbühne ist Bauteil des Theaters. Die zweiten Stufen sind Podesteinbauten und beginnen mit der Hälfte der Haupt- und mit Beginn der Hinterbühne.

Inventar
Das Grundinventar der Bühne besteht neben den Rahmenelementen nur aus einem Stuhl. Dieser antik aussehende Stuhl ist mit einem farbigen Polster bezogen. Der Stuhl ist Sitzplatz für den Vorleser und steht am linken äußeren Rand der Vorbühne direkt vor dem Publikum.


Besonderheiten Ton/Licht
Video Vor- und Rückprojektion mit lichtstarkem Beamer