Hendrik Hanschke Innenarchitektur
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Innenarchitektur Portfolio: Semesterprojekte: "&" Ein ort für Menschen - Szenografie

"&" Ein ort für Menschen

Es soll ein Ort geschaffen werden, den die Bewohner der Hansestadt und dessen Besucher gleichermaßen temporär nutzen können, ohne eine festgelegte Art der Nutzung vorzugeben. Die Idee zu diesem ungewöhnlichen Konzept entstand aus der Feststellung, dass das Stadtbild von Wismar ausschließlich von historischer Architektur geprägt ist. Für die Besucher durchaus sehenswert, fällt es den Bewohnern selbst schwer, sich mit Ihrer Stadt zu identifizieren. Der Ort soll also bewusst für die Einwohner geschaffen werden und sich durch eine gegenwärtliche Architektur von dem historischen „touristischen“ Wismar abzugrenzen.

"&" Ein Ort für Menschen

Städtebaulich experimenteller Entwurf
Betreuung: Prof. Dipl.-Des. Rainer Hock
Hochschule Wismar, 5. Semester Bachelor

 

Grundrisse, Ansichten und Schnitte

Entwurfskonzept

Dabei soll, um eine Provokation zu vermeiden, nicht in das bestehende Stadtbild eingegriffen werden, der Ort soll gut erreichbar sein, den städtischen Bezug nicht verlieren und gleichzeitig unaufdringlich eine eigene ruhige Dynamik entwickeln. Die Wahl für einen solchen Ort fiel auf den Alten Holzhafen, der Zeugnis der ehemals blühenden Handelsstadt ist. Trotz gelegentlicher Nutzung für Stadtfeste und dominanter Hafenarchitektur fehlt es dem Platz an Individualität und er lädt nicht zum Verweilen und Entdecken ein. Dabei steht ein Hafen eigentlich symbolisch für Reisen und Handel, für Fernweh und Heimat, als Ziel und als Startpunkt sowie interkulturellem Austausch.

 

Das Meer und die Weite, gute Voraussetzungen für einen Ort, der den Anspruch hat jedem zu ermöglichen eine individuelle Nutzung zu entdecken. Die entworfene „Seebrücke“ gliedert sich in die bestehende Hafenarchitektur ein und verlängert den bestehenden Kai, der abrupt endet. Die strenge Gliederung löst sich und es wird möglich weiter auf das Meer hinauszuschreiten. Der Weg der Brücke verläuft mal vor und mal zurück, im Zick-Zack-Kurs hoch und runter, eröffnet dabei immer wieder neue Perspektiven und Ausblicke auf den Hafen, die Stadt und das Meer.

Kleine „Plätze“ und Zwischenräume sind entstanden, mit verschiedenen Eigenschaften, und eröffenen die Möglichkeit einen eigenen Lieblingsplatz für sich zu finden und ihn für sich zu nutzen. Ein vielseitig nutzbarer Mehrzweckraum im Zentrum der Brückenarchitektur kann für Feiern und Veranstaltungen von den Einwohnern genutzt werden.

 

Mit Einbruch der Nacht können durch die Beleuchtung der „Seebrücke“ unterschiedliche Stimmungen erzeugt werden, angepasst an die Art der Nutzung. Mal offen und hell, mal mystisch und geheimnisvoll, mal bunt und grell, kann der Ort immer wieder neu entdeckt werden. Der Name „&“ (lat. et) ist gleichzeitig das Logo der Seebrücke. Das Satzzeichen steht nicht nur für Verbindungen von Gleichem oder Gegensätzlichem (Land & Meer, Ferne & Heimat, historisch & modern), sondern erinnert zusätzlich vage an die Grundrissform der Brücke. Der Entwurf versucht einen Treffpunkt zu schaffen, etwas neues und wandelbares. Ein Ort zum Nachdenken und darüber nachdenken, zum Schlendern und Entdecken, zum Trauern oder Glücklichsein.