Hendrik Hanschke Innenarchitektur
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Innenarchitektur Portfolio: Semesterprojekte: Oscar - Bühnenbild

OSCAR

„Oma Rosa, ich hab das Gefühl, dass niemand mir sagen will, dass ich sterben muss.“ Sie schaut mich an. Wird sie das Gleiche tun wie alle anderen? Bitte, Würgerin des Languedoc, werd bloß nicht weich und klapp die Ohren zu. „Warum willst du, dass man es dir sagt, Oskar, wo du es doch weißt!“ Uff, sie hat zugehört.

 

Oskar und die Dame in Rosa, Éric-Emmanuel Schmitt

Projektinformation

Freier Entwurf (Beim lesen des Buches kam die Idee, ein Bühnenbild zu entwerfen), Sommer 2011

 

 

Handlung

Der zehnjährige Oskar ist unheilbar an Krebs erkrankt. Ohne Chance auf Heilung muss er seine letzten Tage im Krankenhaus verbringen. Von seinen Eltern und Ärzten fühlt sich Oskar verraten, da sie sich nicht trauen mit ihm über eine Krankheit und den Umgang mit dem Tod zu sprechen. Nur mit der Dame in Rosa (Oskar nennt sie so) kann er über seine Gefühle und Ängste sprechen. Um mit der schrecklichen Situation zurecht zu kommen rät sie Oskar mit Gott in Briefen über seine Gefühle und Ängste zu reden. Er solle sich vorstellen jeder noch gelebte Tag sei wie zehn Jahre seines Lebens. So durchlebt er in wenigen Tagen ein ganzes Leben und erzählt Gott von seiner Pubertät, der ersten Liebe, Ehe, Streit, Midlife-Crisis, Alter und schließlich von der Vorbereitung auf den Tod.

Für Oskar gibt es zwei Welten. Die wirkliche Welt ist das Krankenzimmer in dem er seine letzten Tage verbringen muss, die Welt in der er sich einsam und von seinen Eltern und Äzten betrogen fühlt. Es gibt aber noch eine zweite, phantasievolle Welt, in der Oscar die Möglichkeit hat ein normales Leben zu führen und sich so auf den Tod vorzubereiten. Der Bühnenbildentwurf versucht die beiden Welten in einem Raum zu vereinen, und den Wechsel allein durch eine geänderte Lichtsituation zu ermöglichen.

Bühnenbild

Bühnenbild „Krankenzimmer“

Das kühle und sterile Krankenzimmer ist ein hell erleuchteter Raum. Lediglich Schlitze in Wand und Decke lassen erahnen, dass es eine Welt ausserhalb des Raumes gibt. Wie ein Gefängnis wirken dabei die Linien und harten Formen, die den Raum umschließen. Bei längerer Betrachtung soll das Bühnenbild „nerven“ und auf die ausweglose Situation Oskars hinweisen. Ein Krankenhausbett ist wichtigster Austattungsgegenstand auch als
Kontrast zu dem abstrakt wirkenden Raum. Im Hinteren Bereich wird duch einen Schreibtisch ein Ärztebesprechungszimmer angedeutet.

Bühnenbild „Oskars Welt“

Wird der Raum abgedunkelt dringt wieder
ein wenig Licht von Aussen in den Raum und die harten Strukturen lösen sich etwas. In der „Phantasiewelt“ werden die Einrichtung des Krankenzimmers ausgeblendet und treten in den Hintergrund.
Dadurch wird Platz geschaffen für die von Oscar geschaffene Welt.

 

Das Theaterstück soll ermutigen, offen und unerschrocken mit den Themen Krankheit und Sterben umzugehen. Dabei sollen die zwei konträren Bühnenbilder helfen zwischen der harten Realität und einer erfundenen, aber weitaus ehrlicheren „Phantasiewelt“ zu unterscheiden.